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Samstag, 24. Mai 2014

Amnesia - The Dark Descent (PC)

Spät aber doch gibt es hier einen Test zu Amnesia - The Dark Descent zu lesen, immerhin ist das Spiel bereits 2010 erschienen. Warum es aber immer noch ein top Spiel ist, dass man sich nicht entgehen lassen sollte, erfahrt ihr in folgenden Zeilen.

Vor rund vier Jahren ist Amnesia - The Dark Descent für PC erschienen. Binnen kürzester Zeit sollte es zu einem riesen Indie-Hit avancieren. Dabei hat es weder bombastische Grafik noch sonderlich komplexes Gameplay. Warum ist Amnesia also spielenswert?

Zu Beginn startet ihr mit eurem Charakter namens Daniel in Ego-Perspektive in einem Schloss, wo ihr recht bald eine erste Notiz finden sollt. Diese erklärt euch das Grundprinzip der Story: Diese Nachricht wurde von euch selbst zu einem früheren Zeitpunkt geschrieben. Ihr leidet nun jedoch an Amnesie und könnt euch daran nicht mehr erinnern. Daniels Ziel ist es also, die vergangenen Ereignisse der unmittelbaren Vergangenheit auf eine eigene Art und Weise wieder zu durchleben, um am Ende möglicherweise ein glücklicheres Resultat herbeizuführen. Hierbei sei gesagt, dass je nachdem wie ihr euch in der Schlusssequenz verhaltet, ein unterschiedliches Finale passiert.

Ihr navigiert von nun an durch die riesigen Hallen und Gänge des Schlosses, findet dabei verschiedene Gegenstände und löst das eine oder andere Rätsel. Mit von der Partie sind immer Mutanten, die hinter euch her sind. Sie sind der Hauptfaktor für die grandiose Atmosphäre in Amnesia. Ihr könnt euch nie sicher sein, dass ihr unbeschadet um die nächste Ecke kommt. Jederzeit könntet ihr auf einen dieser Mutanten treffen, gegen den ihr komplett wehrlos seid, denn Waffen gibt es im gesamten Spiel nicht. Euch bleibt stets nur die Flucht, indem ihr entweder schnell genug entkommt oder euch rechtzeitig in einem Versteck verkriecht.


Dabei ist das eigentliche Gameplay recht simpel: Ihr löst Rätsel, indem ihr verschiedene Gegenstände kombiniert und auf Objekte in der Umgebung anwendet. So schreitet ihr von Areal zu Areal voran, wobei die Aufgaben im Komplexitätsgrad kontinuierlich steigen, wenn auch nur minimal. Daneben spielen Lichtquellen eine wichtige Rolle. Ist es dunkel, fühlt sich Daniel unsicher und sein geistiger Zustand kommt ins Wanken. Dunkelheit hat jedoch den Vorteil, dass sie euch vor den Augen der Mutanten schützt. Es gilt also, richtig zwischen Lichtquellen abzuwägen und vielleicht an der einen oder anderen Stelle einmal eine Kerze oder Lampe nicht anzuzünden oder die Laterne auszulassen. Amnesia spielt sich also grundlegend sehr simpel, aber bekanntlich sind die einfachsten Dinge oftmals die genialsten.

Hauptaugenmerk liegt in Amnesia aber auch nicht am Gameplay. Ebenfalls ist die Grafik nicht extrem hübsch (was von einem Indie-Entwicklerteam aber auch nicht zu erwarten ist). Das Spiel lebt von seiner packenden Story und der durchgehend genialen Atmosphäre. Ihr werdet euch nicht nur einmal erschrecken und speziell zart besaitete Gemüter werden nicht ohne einige Pausen durch das ungefähr zehn Stunden andauernde Abenteuer durchkommen.

Fazit:
Einfach großartig! Amnesia - The Dark Descent fesselt von der ersten Sekunde an und behält dieses geniale Feeling nicht nur von Anfang bis zum Schluss, sondern steigert es auch noch mit zunehmendem Spielverlauf, indem ihr immer mehr zu tun bekommt und gleichzeitig auch Mutanten vermehrt auftreten. Kurzum: Ein MUSS für jeden Horror-Fan!

Design: 9.0
Gameplay: 8.5
Story: 9.5
Atmosphäre: 9.5

GESAMT-SCORE: 9.1

Mittwoch, 19. März 2014

Titanfall (Xbox One)

Mit Titanfall erscheint das erste richtige Shooter-Flaggschiff der Xbox One. Der Microsoft-Exklusivtitel verspricht angeblich eine Revolution des Genres. Ob dies den Entwicklern gelungen ist, erfahrt ihr in diesem Test.

Titanfall ist vor einer Woche exklusiv für die Xbox One und den PC erschienen, eine Xbox 360-Fassung soll im April folgen. 60 Euro müsst ihr für die One-Version auf den Tisch legen. Nicht wenig Geld für ein Spiel, das keinen offline-Spielmodus besitzt und voll und ganz - aber eben auch ausschließlich - auf den Multiplayer setzt. Eine Xbox Live Gold-Mitgliedschaft  plus Internetanbindung ist somit zwingende Voraussetzung, ohne dies könnt ihr mit dem gesamten Spiel gar nichts anfangen.


Als Einstieg spielt ihr euch zunächst durch ein sehr eingängiges Tutorial. In kurzen Sequenzen werden euch darin die einzelnen Funktionen sehr verständlich erklärt, sodass sich sowohl Anfänger als auch Profis rasch zurechtfinden sollten. Danach könnt ihr euch grundlegend für zwei verschiedene Spieltypen entscheiden: Entweder ihr spielt normal im Multiplayer, oder widmet euch der Kampagne.

Über die Kampagne will ich nicht viele Worte verlieren. Diese unterteilt sich lediglich in neun kurze Kapitel, wobei sich jedes davon wie ein normales Multiplayer-Match spielt mit dem absolut einzigen Unterschied, dass diese mit ein paar wenigen Zwischensequenzen ausgeschmückt werden. Die gesamte Kampagne lässt sich also locker in zwei bis drei Stunden durchspielen und meiner Meinung nach hätten sich die Entwickler diesen Spieltyp auch wirklich sparen können. Da boten selbst die Storys der Call of Duty-Reihe, welche ebenfalls von den Titanfall-Machern stammt,  mehr Tiefe und Komplexität.

Aber abgesehen von dieser sogenannten "Kampagne" spielt sich das eigentliche Hauptaugenmerk von Titanfall in den Multiplayer-Matches ab. Hier könnt ihr zwischen sechs verschiedenen Spielmodi wählen, bei denen die Klassiker des Shooter-Genres vertreten sind. Team vs. Team Deathmatch, Capture the Flag und das Erobern von Stützpunkten stehen zur Auswahl. Außerdem könnt ihr in "Last Titan Standing" auch nur in Titans kämpfen oder in "Pilotenjäger" nur die Kills von normalen Spielercharakteren zählen lassen.

Das Besondere am Gameplay ist jedoch die Mischung aus wahnsinnig schnellem Ego-Shooter und kolossaler Titan-Steuerung. Wer meint, in Halo 4 den zügigsten modernen Multiplayer gefunden zu haben, der irrt. Titanfall setzt in Geschwindigkeit neue Maßstäbe: Euer Charakter bewegt sich nicht nur rasch, er verfügt auch über extreme Agilität. Mühelos führt ihr meterhohe Sprünge durch oder rennt an Wänden entlang, Stürze überlebt ihr aus unendlicher Höhe. Die Maps mögen zwar im Vergleich zu Halo zumindest geringfügig größer sein, die Geschwindigkeit des Gameplays per se gleicht diesen Unterschied jedoch mehr als nur aus. Ansonsten vereint Titanfall viele bereits bekannte Elemente des Shooters: Ihr könnt euren Charakter modifizieren und individuell mit unterschiedlichen Waffen, Granaten und Fähigkeiten ausrüsten, gleiches gilt ebenfalls für euren Titan. Zusätzlich gibt es noch sogenannte "Burn Cards", von denen ihr bis zu drei gleichzeitig einsetzen könnt, um euch einen gewissen Vorteil für eine bestimmte Zeit zu schaffen. Summa summarum ist hierbei von einer "Revolution" zu sprechen definitiv übertrieben, auch wenn Titanfall eine angenehme Abwechslung im Shooter-Genre bietet.

Das Markanteste an Titanfall sind, wie der Name schon verlauten lässt, die Titans. Diese spielen sich in Kombination mit den normalen Charakteren, den Piloten, sehr gut; den Entwicklern ist es gelungen, eine ordentliche Balance zu schaffen. Klar kann ein Titan einen Piloten ausschalten, indem er ihn einfach nur zertritt - jedoch verfügen diese über spezielle Anti-Titan-Waffen und Titans sind generell nicht permanent verfügbar. Um einen Titanfall durchzuführen, müsst ihr zu Spielbeginn drei Minuten warten. Diese Wartezeit könnt ihr durch das Ausschalten von gegnerischen Truppen verkürzen.

Neben den von Spielern gesteuerten Charakteren sind auch einige KI-Einheiten mit von der Partie. Deren künstliche Intelligenz ist jedoch leider nur mehr als bescheiden und sie fungieren daher lediglich als Kanonenfutter. Das einzig Positive an den KI-Einheiten ist, dass sich manche von ihnen von euch hacken lassen, um euch infolge im Kampf zur Seite zu stehen.


Wirklich prachtvoll umgesetzt wurde von den Entwicklern die Map-Gestaltung. Auf 15 unterschiedlichen Karten könnt ihr eure Titans über das Spielfeld jagen, alle sehr variabel und hübsch gestaltet. Auf manchen von ihnen leben sogar Tiere, die die Umgebung lebendig wirken lassen. Apropos hübsch - das ist die Grafik leider nicht. Die Effekte sind zwar nett umgesetzt, die grundlegende Optik des Spiels reizt die Möglichkeiten der aktuellen Generation aber nicht mal annähernd aus und könnte selbst auf Xbox 360 und PS3 genauso aussehen. Zudem läuft Titanfall auf der One nicht einmal mit 900p.

Fazit:
Gutes Spiel: ja - Revolution: nein. Titanfall mischt bereits bekannte Shooter-Elemente mit Titan-Gameplay und hievt zumindest die Spielgeschwindigkeit auf eine neue Ebene. Das Spiel bietet sicherlich enormen Spaß für längere Zeit, jedoch auch einen überschaubaren Umfang (insbesondere eine bescheidene Kampagne) und wird damit dem Hype nicht ganz gerecht, den es im Vorfeld ausgelöst hatte. Sollten die Entwickler in Form von DLCs in Zukunft noch etwas mehr Abwechslung in das Spiel an sich bringen (mehr Spielmodi, Waffen, Fähigkeiten, etc.), wird Titanfall noch viele Zocker lange an ihre Konsole fesseln können.

Umfang: 6.5
Gameplay: 9.5
Grafik: 6.5
Atmosphäre: 9.5

GESAMT-SCORE: 8.0

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Forza 5 (Xbox One)

Seit fast zwei Wochen ist die Xbox One nun auf dem Markt. Gleiches gilt für den exklusiven Launch-Titel Forza 5. Ist Microsoft und Turn 10 der Schritt in die nächste Generation der Rennsimulationen gelungen?

Nach dem Start von Forza 5 wird man von dem spätestens seit Windows 8 modern gewordenen Kachel-Design empfangen. Obwohl dies nicht jedermanns Sache ist, finde ich persönlich das Menü sehr übersichtlich und modern gestaltet, sodass man sich gut zurecht findet. Primär hat man zur Auswahl, den Karriere-Modus zu starten, Online zu gehen oder mit geteiltem Bildschirm (splitscreen) zu spielen. Startet ihr eine neue Karriere, könnt ihr einen aus mehreren Racing-Bereichen wählen, in denen es nach Selektion in verschiedenen Rennen gilt, sich auf die Pole-Position vor zu fahren. Dabei verdient ihr credits, die ingame-Währung von Forza 5.

Wie viele credits man nach einem Rennen verdienen kann, hängt grundlegend von verschiedenen Faktoren ab. Je mehr Fahrhilfen ihr deaktiviert, je schwierigere Gegner ihr möchtet, je weniger ihr die aus der Reihe bereits bekannte Zurückspulfunktion benutzt,... umso mehr credits gibt es als Belohnung. Der Schwierigkeitsgrad des Spiels ist also sehr präzise und individuell gestaltbar.

Die credits stellen allerdings auch einen großen Kritikpunkt dar. Für ein durchschnittlichen Rennen, dass etwa 5-10 Minuten dauern sollte, erhält ihr inklusive regelmäßige Boni etwa 10.000 credits. Ein sehr gutes Auto kostet aber gerne mal etwa eine halbe Million, die teuersten sprengen sogar - teilweise deutlich - die Millionenmarke. Wie lange ihr also für so ein Fahrzeug spielen müsst, könnt ihr euch nun selbst ausrechnen. Hier stimmt die Balance einfach nicht so richtig. Neben den Autos per se könnt ihr für eure Vehikel natürlich auch Upgrades erwerben. Diese gibt es entweder Paketweise für die entsprechenden Fahrzeugklassen oder auch einzeln zu kaufen. Auch dafür müsst ihr natürlich wieder einige credits springen lassen.

Eine weitere Zahlungsmethode neben den credits sind Gutscheine. Zu Anfang des Spiels beträgt euer Gutscheinkonto 100, damit lassen sich nur die schlechteren Fahrzeuge kaufen. Wollt ihr jedoch zum Beispiel einen Lamborghini Aventador LP700-4 könnt ihr dafür entweder mit 520.000 credits oder mit 867 Gutscheinen bezahlen. Gutscheine sind im Online-Store gegen Echtgeld erwerbbar, für beispielsweise 9,99€ erhält ihr 1250 Gutscheine. Wollt ihr also einen sehr breiten Fuhrpark haben, müsst ihr entweder extrem viel Zeit oder Geld investieren.

Vom Gameplay her spielt sich Forza 5 grundsätzlich sehr gut. Das Fahrgefühl wird insbesondere durch die Impulse Trigger, also durch die vibrierenden Elemente, die überall im Controller eingebaut sind, sehr positiv unterstützt. Gibt man Gas oder bremst man, spürt man die entsprechenden Vibrationen unter dem Finger. Dadurch ergibt sich ein komplett neuartiges Spielerlebnis, das beeindruckt. Eine Erneuerung stellen außerdem die sogenannten "Drivatare" dar, welche die KI-Gegner ersetzen. Sie sind Abbilde realer Forza-Spieler, die gegen euch fahren. Gleichzeitig erscheint natürlich auch ihr selbst als Drivatar, wenn andere Spieler ihre Karriere absolvieren. Einziges Manko am Gameplay ist, dass es durch relativ lange Ladezeiten von etwa einer halben Minute pro Strecke bzw. Rennen unterbrochen wird. Von next gen erwartet man sich kürzere Wartezeiten.


Wenig überzeugend ist der Umfang von Forza 5. Lediglich 14 Strecken und 200 Autos stehen dem Spieler zur Verfügung. Zum Vergleich: Beim Vorgänger Forza 4 waren es noch 26 Strecken und 500 Autos. Auch einen Marktplatz gibt es nicht, dieser wird aber immerhin später noch nachgereicht. Musste da unbedingt etwas bis zum Xbox One-Launch fertig werden...?

Microsoft hat Forza 5 insbesondere mit seiner angeblich atemberaubenden Grafik beworben. Die Cloud der Xbox One ermöglicht ein Spielen mit 1080p und 60fps. Was die Fahrzeuge angeht, hat Microsoft auch nicht gelogen. In diesem Bereich ist Forza 5 definitiv "next gen". Alles andere, bis auf die geniale Weitsicht, ist allerdings eher guter Durchschnitt, da hätte man deutlich mehr aus der Konsole herausholen können.

Fazit:
Insgesamt erhält man mit Forza 5 also eine solide Rennsimulation. Der geringe Umfang rechtfertigt jedoch einen Preis von ungefähr 65€ nicht. Wenn das Spiel billiger wird, ist es für jeden Simulationsfan aber definitiv einen Blick wert.

Umfang: 6.0
Gameplay: 9.5
Grafik: 8.5

GESAMT-SCORE: 8.0

Donnerstag, 29. August 2013

Tomb Raider (Xbox360)

Tomb Raider ist ein Klassiker der Gaming-Geschichte. Seit dem Start der Reihe 1996 sind bislang elf Ableger erschienen. Ist der neueste Titel somit wirklich notwendig oder nur unnötige Zeitverschwendung?

Im Gegensatz zu den bisherigen Tomb Raider-Spielen spielt der im Frühjahr 2013 erschienene Ableger vor der Zeit, als die berühmte Protagonistin Lara Croft zur Videospielheldin wurde. Es erzählt die Anfänge von Lara, die als Archäologin mit ihrem Team auf einer Insel strandet und dort zur vielseitigen Kriegerin reift.


Das Spiel startet also dort, wo der Trailer endet: Nachdem die 21-jährige Lara mit ihrem Schiff auf einer Insel gestrandet ist, findet sie sich alleine am Ufer wieder. Bevor sie zu ihren Gefährten gelangen kann, wird sie plötzlich von einer unbekannten Person bewusstlos geschlagen. Als sie aufwacht, ist sie in einer Höhle gefesselt. Hier beginnt das eigentliche Abenteuer - Lara muss ihr Team finden, um gemeinsam eine Lösung zu suchen, wie man von der Insel abreisen kann. Dass sich dies schwieriger als zunächst gedacht gestaltet, ist fast schon logisch. Die Insel wird nämlich von erbarmungslosen Einheimischen regiert, die der Archäologin nicht nur einmal das Leben schwer machen werden.

Man kann es als mutigen Schritt der Entwickler ansehen, dass sie einen Zeitsprung zurück wagen, um die Vorgeschichte von Lara Croft zu erzählen. Dies ist ihnen grundsätzlich auch wirklich gut gelungen. Denn trotz keiner wirklichen Innovationen unterhält die Story durchaus gut. Ein entscheidendes Detail konnten die Entwickler allerdings leider nicht ausreichend umsetzen, die Darstellung von Lara, wie sie von einer normalen Frau zur Heldin reift. Man sieht deutlich, dass sie durchaus die Ambition hatten, diesen Reifeprozess darstellen zu wollen; schließlich wirkt Lara in den Cutscenes oftmals schwächlich und verletzlich. Doch richtig gelungen ist es ihnen nicht. Das kratzt natürlich an der Atmosphäre, da es das Gesamtbild etwas unstimmig macht.

Vom Gameplay her spielt sich Tomb Raider sehr ordentlich. Anfangs startet ihr lediglich mit einem Bogen ausgerüstet in das Abenteuer, ehe ihr im Spielverlauf ein paar zusätzliche Waffen findet. Diese benutzt ihr nicht nur, um menschliche Gegner auszuschalten, sondern auch zur Jagd auf Tiere. Um das Spiel erfolgreich abschließen zu können, ist es jedoch nicht notwendig zu jagen. Denn zu viel "Survival" wollten die Entwickler dann doch nicht ins Spiel einbauen: Lara hat nie das Bedürfnis, etwas essen zu müssen, es gibt keinen Hunger-Balken oder Ähnliches. Neben dem Kampf ist ein weiteres wichtiges Spielelement das Klettern. Dies könnt ihr entweder ohne weitere Hilfsmittel oder an entsprechenden Felswänden mit einer Kletteraxt. Auch hier haben es euch die Entwickler leicht gemacht - Wände, an denen ihr hochklettern könnt, wurde ein weißer Anstrich verpasst.

Generell ist ein hilfreiches Tool im Spiel der Überlebensinstinkt. Mittels Knopfdruck wechselt ihr in einen Modus, der dem Adlerauge in Assassin's Creed ähnelt. Ihr seht alle wichtigen Objekte und Gegner markiert, genauso auch euer Ziel. Ob man dies als "Vercasualisierung" im Sinne von zu starker Vereinfachung des Spielerlebnisses ansieht, oder als sinnvolles Mittel zum Zweck - das darf jeder für sich selbst entscheiden.

Sowohl beim Klettern als auch beim Kämpfen kommt es immer wieder zu Quick Time Events. Im richtigen Moment den richtigen Knopf gedrückt, versetzt Lara einem Gegner den Todesstoß oder schafft es gerade so noch, sich an einer Kante festzuhalten. Generell sind Quick Time Events eine sehr heikle Sache, denn falsch umgesetzt sind sie so ziemlich das nervigste Spielelement, das man als Spieler vorgesetzt bekommen kann. In Tomb Raider ist die Umsetzung allerdings sehr gut gelungen. Die Quick Time Events bringen Spannung und Dynamik ins Geschehen.


Grundsätzlich ist die Welt von Tomb Raider offen - ihr könnt jederzeit von einem Lager zu einem anderen reisen, um das Gebiet dort nochmals genauer zu untersuchen. Die Story selbst spielt sich allerdings absolut linear. Die Schnellreise-Option ist somit auch zum Durchspielen nicht notwendig und nur dazu wirklich sinnvoll, um nach Spielende nochmals alle verpassten Gegenstände aufzusammeln bzw. weitere Erfahrung zu erlangen.

"Erfahrung" ist auch ein weiterer wichtiger Stichpunkt. Für viele Aktionen im Spiel erhaltet ihr EP. Habt ihr genug EP gesammelt, erhaltet ihr dafür einen Fähigkeitspunkt. Mit diesem könnt ihr dann eine von Lara's vielen Fähigkeiten freischalten. Daneben sammelt ihr außer EP auch Beute. Diese benötigt ihr, um eure Waffen aufzurüsten.

Wichtig für die Tomb Raider-Reihe sind Rätsel, diese fehlen natürlich auch nicht im aktuellsten Ableger. Leider sind diese im Spiel eher etwas rar und vom Schwierigkeitsgrad auch nicht richtig herausfordernd. Hier wäre deutlich Luft nach oben gewesen. Das einzig Positive daran ist, dass einem die Rätsel nicht von der eigentlichen Story abhalten und den Spielfluss fordern. Eingefleischte Tomb Raider-Fans hätten sich jedoch sicherlich komplexere und schwierigere Aufgaben gewünscht.

Ein ganz großer Pluspunkt von Tomb Raider ist die Grafik. Es gehört definitiv zu der Art von Spielen, die einem zum Erstaunen bringen, was man aus dieser acht Jahre alten Spielkiste noch alles rausholen kann. Wunderschöne, detaillierte Landschaften machen die Welt von Tomb Raider zu einer wahren Augenweide. Die Charaktere, die zwar wenig blass, allerdings etwas sehr stereotypisch wirken, sind auch optisch schön modelliert.

Fazit: 
Als der Abspann abläuft, bin ich enttäuscht, dass das Spiel bereits zu Ende ist. Denn gerade gegen Schluss wurden die Kämpfe endlich richtig herausfordernd und auch die Story hat nochmal ordentlich angezogen. Tomb Raider ist trotz des etwas bescheiden gehaltenen Komplexitätsgrades ein absoluter Top-Titel, in dem nicht nur Genre-Fans riesen Spaß finden werden. Lediglich Hardcore-Survival-Anhänger könnten enttäuscht werden, spielt es sich doch eher wie ein klassisches Adventure mit sehr vielen Kampf-Passagen.

Story: 8.5
Gameplay: 9.0
Grafik: 9.5
Atmosphäre: 8.5

GESAMT-SCORE: 8.9

Dienstag, 27. August 2013

Far Cry 3 (Xbox360)

Far Cry 3 war eines der meist erwarteten Spiele des Jahres 2012. Nach dem sehr polarisierenden Vorgänger schürten die Entwickler große Hoffnungen, als sie ankündigten, die großen Schwächen von Far Cry 2 im neuen Teil beseitigt zu haben. Alles nur leere Versprechen?

Die Ausgangssituation in Far Cry 3 bietet grundsätzlich nichts Neues; wieder einmal ist man in einem von Flora und Fauna strotzenden Open World-Szenario, wieder einmal spielt man einen ahnungslosen Einreisenden, der in die dunklen Tiefen des Gebietes eintaucht und wieder einmal ist es Aufgabe des Protagonisten, die Führer krimineller Organisationen niederzustrecken.

Somit bietet die Story nicht viel Innovatives. Allerdings ist die Inszenierung dieser diesmal deutlich besser gelungen. Ihr startet euer Abenteuer mit dem Protagonisten Jason Brody, der gemeinsam mit Freunden Urlaub auf einer tropischen Insel macht. Der Spaß findet allerdings schnell ein Ende: Sie werden von Piraten entführt und gefangengenommen. Jason Brody gelingt in einer spannend inszenierten Flucht den Entführern zu entkommen, jedoch stirbt sein Bruder Grant dabei. Euer Protagonist hat nun zwei Ziele. Einerseits seine Freunde zu retten, und andererseits sich an den Piraten zu rächen. Das Spiel macht Lust auf mehr.


Allerdings gelingt den Entwicklern an dieser Stelle ein wesentlicher Punkt nicht. Die Entwicklung von Jason Brody von einem ahnungslosen Touristen zu einem rachsüchtigen Krieger erfolgt zu sprunghaft und wirkt absolut nicht glaubhaft. Hier geht leider einiges an Atmosphäre verloren. Kaum ist man der Gefangenschaft entflohen, stürzt man sich sofort in die Weiten der tropischen Insel, als wäre das Handhaben von Waffen und das Erkunden von fremden Gebieten euer täglich Brot.

Als Nächstes schließt ihr euch einem Clan von Eingeborenen, den Rakyat, an. Sie unterstützen Jason Brodys Vorhaben seine Freunde zu retten, indem sie ihm Waffen und Ausrüstung zur Verfügung stellen. Hierbei gilt es vor allem die Charakterdarstellung der führenden Personen des Clans zu loben. Dennis Rogers, Vorsprecher der Rakyat, und Citra, die schamanische Anführerin, stechen durch ihre Optik heraus und werden auch ausführlich beleuchtet. Citra ist ebenfalls wesentlicher Bestandteil der Handlung, da sie euch durch Drogen immer wieder zu ihrem Vorteil beeinflusst. Gerade diese Teile des Spiels sind großartig inszeniert, die total absurden und übertrieben dargestellten Cutscenes und Missionsabschnitte sind ein atmosphärisches Highlight.

Neben diesen beiden Charakteren ist der Anführer der Piraten, Vaas, der gleichzeitig Citras Bruder ist, ebenfalls erwähnenswert. Wenn Vaas in Far Cry 3 auftaucht, ist dies eine Garantie für eine stimmungsvolle Cutscene, die meistens die irren Seiten des Piratenanführers näher beleuchtet. Selten hat man einen so toll dargestellten Antagonisten in einem Videospiel erlebt.

Das Spiel macht hinsichtlich Charakterdarstellung jedoch einen ordentlichen Spagat. Während manche Personen exzellent beleuchtet werden, bleiben andere überwiegend blass. Andere wichtige Charaktere wie die Freunde von Jason Brody werden zu fast schon rudimentären und absolut austauschbaren Peripherien degradiert, was sehr schade ist, denn darunter leidet die Atmosphäre.

Hinsichtlich Gameplay bietet Far Cry 3 viel Neues im Vergleich zu seinem Vorgänger. Die Insel ist regelrecht überladen mit Aktivitäten. Ihr könnt Außenposten von Piraten befreien, welche auch nach der erstmaligen Säuberung in eigener Hand bleiben, Tiere jagen, dessen Beute ihr für die Verbesserung eures Equipments benötigt, Pflanzenblätter sammeln, welche ihr zur Spritzenherstellung braucht, vorgefertigte Mini-Missionen bewältigen und euch damit in den Online-Highscores eintragen, Gegenstände sammeln, Story-Aufgaben absolvieren, die Hauptgeschichte vorantreiben, verschiedene Nebenmissionen erledigen,... Man hat beinahe das Gefühl, dass die Entwickler unbedingt die Einfältigkeit von Far Cry 2 durch das Einbringen jeder denkbaren Tätigkeit ausgleichen wollten. Ich lasse es an dieser Stelle mal dahingestellt und jeden selbst beurteilen, ob dies zu viel des Guten war, oder damit eine sinnvolle Auslebung des Insellebens erzielt worden ist.

In einem Punkt sind sich Far Cry 3 und sein Vorgänger auf jeden Fall gleich. Beide Spiele bieten eine top Grafik mit einer schönen Landschaft in der man gerne seine Zeit verbringt. Die Spielwelt wirkt sehr lebendig durch die Integration von verschiedenen Tieren und die in den Dörfern lebenden Menschen sowie den auf der gesamten Spielwelt freundlich und feindlich gesinnten herumstreifenden Soldaten. Zudem habt ihr wie gewohnt ein breites Arsenal an Waffen, das für jeden Spielertyp genug Optionen der Zusammensetzung bietet. So könnt ihr euer Equipment abstimmen, je nachdem ob ihr eher als Rambo oder lautloser Killer eure Missionen bewältigen wollt. Spritzen geben euch diesmal nicht nur Heilung, sondern können euch auch in anderen Bereichen eine große Hilfe bieten, zum Beispiel bei der Jagd auf Tieren. Daneben gibt es natürlich auch wieder eine Vielzahl an steuerbaren Transportmitteln, sei es am Land, im Wasser oder in der Luft.


Jason Brody verfügt zudem noch über etliche andere Fähigkeiten, welche ihr im Laufe des Spiels durch den Erhalt von Erfahrungspunkten oder die Absolvierung gewisser Tätigkeiten freischalten könnt. Dadurch könnt ihr beispielsweise länger tauchen, besondere Takedowns ausüben oder eure Resistenz gegenüber allem Möglichen steigern.

Fazit: 
Die Entwickler haben ihr Versprechen eingehalten. Far Cry 3 wurde im Gegensatz zum Vorgänger ordentlich verbessert. Schwachpunkte gibt es allerdings trotzdem immer noch. Die Atmosphäre leidet unter der unglaubwürdigen Wandlung des Protagonisten vom friedlichen Urlauber zum erbarmungslosen Killer und der blassen Darstellung dessen Freunde. Zudem ist die Story wenig innovativ - jedoch auch ausgezeichnet inszeniert. Ein großes Plus sind auf jeden Fall das Gameplay, die Grafik, die Charakterisierung mancher wichtiger Persönlichkeiten und die lebendige Spielwelt. Am Ende von Far Cry 3 kann man definitiv über die eine oder andere Schwäche hinwegsehen und auf ein sehr gutes Spiel zurückblicken.

Story: 8.0
Gameplay: 9.5
Grafik: 9.5
Atmosphäre: 8.5

GESAMT-SCORE: 8.9



PS: Schon einmal Far Cry 3 im Real Life gesehen?

Montag, 1. Juli 2013

Bioshock Infinite (Xbox360)

Bioshock ist eines der erfolgreichsten Franchises der gesamten Spieleindustrie, der erste Teil war für viele ein Meilenstein der Shooter-Geschichte. Die in der darauffolgenden Fortsetzung fehlenden Innovationen sollen jetzt in Bioshock Infinite hauptsächlich durch den Lokalitätswechsel von der Unterwasserwelt Rapture in die Himmelsstadt Columbia geboten werden. Ob und wie dies gelungen ist, erfahrt ihr in diesem Review.

Bioshock Infinite ist keine zweite Fortsetzung, sondern ein eigenständiger Titel, der sich story-technisch gänzlich unabhängig von den Vorgängern spielt. Parallelen zu den vorherigen Spielen sind dennoch in anderen Sektoren eindeutig erkennbar, vor allem was Gameplay und Grunddesign angeht.

Denn speziell hinsichtlich Gameplay bleibt sich die Reihe treu: Ihr könnt weiterhin gleichzeitig mit Waffen und Kräften, in den Vorgängern noch Plasmide genannt, kämpfen, die ihr während des Spielverlaufs finden und an Automaten upgraden könnt. Das Waffenarsenal ist jedoch wesentlich abwechslungsreicher geworden. Dieses reicht von klassischen Waffen wie Pistolen, Maschinen- und Scharfschützengewehren bishin zu Gatling-Kanonen, Repetierern und Schießeisen. Auch neue Kräfte haben es ins Spiel geschafft. Mit "Sog" beispielweise zieht ihr eure Gegner zu euch, mit "Bockender Bronko" fixiert ihr Feinde kurzzeitig in der Luft. Diese neuen Kräfte stellen eine sehr sinnvolle Erweiterung der bereits bekannten Fähigkeiten dar. Als Transportmittel stehen euch die sogenannten Sky-Lines zur Verfügung. Diese sind eine Art Schienensystem, welches überall höher gelegen in der Stadt angebracht ist. Auf Sky-Lines könnt ihr mit einem Haken dahingleiten.


Das Gameplay hat jedoch auch Schattenseiten; das Grundprinzip kann man noch als "besser gut von sich selbst kopiert, als schlecht neu erfunden" durchgehen lassen, dafür bietet es sonst nicht viel Abwechslung. Zudem sind die Gegner alles andere als fordernd. Erst gegen Ende des Spiels ist eine Mission zu absolvieren, welche das Können des Spielers stärker herausfordert, abgesehen davon ist der Schwierigkeitsgrad niedrig gehalten. Das Gefühl, richtig gefordert zu werden, kommt auch deswegen nicht auf, da das Sterben keine relevanten Nachteile mit sich bringt. Für einen Spieltod wird euch nur eine unwesentlich geringe Menge an Geld abgezogen und eure Feinde erhalten etwas an Gesundheit zurück. Ihr werdet dann einfach in der Nähe eures Sterbeorts respawned.

Der Kern des Spiels ist allerdings nicht das Gameplay, sondern die Story. Diese ist sehr komplex und nicht vorhersehbar. Zu Beginn des Spieles steht ihr als Booker DeWitt in der First-Person-Ansicht vor der Herausforderung, eine Frau namens Elizabeth aus der fliegenden Stadt Columbia zu befreien, um eure Schuld zu tilgen. Dies gelingt euch auch recht schnell und von diesem Zeitpunkt an steht Elizabeth euch als permanente Begleitung zur Verfügung. Dabei ist sie euch kein Klotz am Bein, sondern greift sinnvoll in das Spielgeschehen ein. Mit ihr knackt ihr Schlösser oder sammelt Ressourcen, welche sie sporadisch in der Gegend findet. Zudem unterstützt sie euch in Kämpfen mit Nachschub hinsichtlich Gesundheitskits, Munition oder Salzen, welche ihr für das Ausführen eurer Kräfte benötigt. Elizabeth selbst besitzt ebenfalls übernatürliche Kräfte, mit denen sie sogenannte Risse öffnen kann, die den Zugang zu einer anderen Dimension ermöglichen. Aus diesen Rissen können auch einzelne Gegenstände generiert werden, beispielsweise eine Kiste Gesundheitskits oder auch Maschinen, die euch im Kampf helfen.


Elizabeth zu befreien ist allerdings erst der erste Schritt eures Abenteuers, die Rückkehr aus Columbia stellt sich als weit schwieriger als gedacht heraus. Ihr Vater, Zachary Hale Comstock, ist der Gründer der Stadt und als Prophet auch religiöser und politischer Anführer dieser. Während des Spiels versucht er Elizabeth zurück in den Turm zu holen, in dem sie zu Beginn eingesperrt war. Über weite Strecken des Abenteuers zieht sich die Geschichte relativ linear dahin, wodurch die Gesamterzählung und auch das Gameplay langatmig wirkt. Erst gegen Ende zieht das Spiel hierbei noch einmal deutlich an: Großartig inszenierte Spielszenen treiben das Geschehen sehr lebendig voran, ehe es zum finalen Ereignis kommt, dass euch garantiert überraschen wird. Jedoch wirkt die zwar grundsätzlich durch und durch logische Story insgesamt etwas zu konstruiert.

Grafisch bietet Bioshock für die aktuelle Konsolengeneration hohes Niveau. Stilistisch ist es eigenwillig mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet und man merkt, dass die Entwickler sehr viel Zeit und Arbeit in das Design investiert haben. Dies macht sich auch an der großartigen Atmosphäre bemerkbar, die euch durchgehend durch das gesamte Spiel treibt.

Fazit: 
Bioshock Infinite ist ein grandios inszeniertes Abenteuer mit einer innovativen und überraschenden Story und sehr solidem Gameplay. Das Durchhalten einer zwischendurch längeren langatmigen Phase wird mit einem spektakulären Finale belohnt. Insgesamt ein sehr empfehlenswerter Titel!

Story: 9.0
Gameplay: 7.5
Grafik: 9.0
Atmosphäre: 9.5

GESAMT-SCORE: 8.8

Dienstag, 4. Dezember 2012

Fantasy Premier League (PC)

Viele bezeichnen die englische Liga als die beste der Welt. Dementsprechend groß ist der Andrang bei Fantasy Premier League mit über 2.500.000 Spielern. Ob diese hohe Teilnehmerzahl gerechtfertig ist, erfahrt ihr in diesem Test.

Fantasy Premier League ist ein browserbasierter Fußballmanager, indem es eine Mannschaft, bestehend aus Spielern, welche ausschließlich an der obersten englischen Liga partizipieren, zu möglichst hohen Punkterfolgen zu führen gilt.

Nach der Registrierung auf der Website erfolgt die Erstellung eurer Mannschaft in wenigen einfachen Schritten. Ihr wählt einen Vereinsnamen aus, selektiert erstmalig eure 15 Spieler (inkludiert zwei Torhüter, fünf Verteidiger, fünf Mittelfeldspieler und drei Stürmer) und fügt optional ein farblich personalisiertes Vereinskit hinzu. Danach geht es direkt ins Spiel.

Die Aufstellung für den nächsten Spieltag

Ihr habt nun die Möglichkeit, eure Mannschaft nochmals zu verändern. Zu Spielbeginn seid ihr im sogenannten "Wildcard"-Modus, während dem ihr unendlich oft transferieren könnt. Sobald der erste Spieltag angebrochen ist, bekommt ihr einmal pro Runde die Option, einen Spieler kostenlos auszutauschen. Jeder weitere Transfer würde vier Minuspunkt bedeuten. Solltet ihr diese Möglichkeit nicht nutzen, wird euer Gratis-Transfer gespeichert und ihr könnt stattdessen für die nächste Gameweek zwei Transfers tätigen. Allerdings kann euer Gratis-Transfer-Konto niemals mehr als zwei Austauschmöglichkeiten überschreiten. Zusätzlich dazu habt ihr während der Saison zweimal die Chance, eine Wildcard zu nutzen, um für die jweilige Runde unendlich oft tauschen zu können.

Das Transfermenü - gestaltet eure Mannschaft nach euren Wünschen um

Euer Gesamtbudget beträgt £100, Spieler kosten je nach Stärke zwischen ca. £4 und £14. Ihr müsst also abwägen, ob ihr eher auf ein ausgeglichenes Team setzt, oder auf wenige Kracher vertraut und dafür eure Ersatzbank billiger gestaltet.

Informiert euch genauer über jeden Spieler

Punkte gibt es je nachdem, wie die Spieler in der Realität ihre Matches bewältigen. Tore, Assists, Karten, Elfmeter, gespielte Minuten,... - alles spielt eine Rolle. Auch auf die Position der Spieler kommt es an. Schießt ein Stürmer ein Tor, gibt es dafür vier Punkte, erzielt es ein Verteidiger, gibt es stolze sechs Punkte. Pro Runde ist auch ein Kapitän bestimmbar, dessen Punkte am Ende verdoppelt werden.

Diese Punkte kommen eurem Gesamtkonto hinzu, aufgrund dessen dann die Berechnung der Ranglisten erfolgt. Abgesehen von der Haupliga könnt ihr auch eigene private Ligen erstellen, in denen ihr dann gegen eure Freunde antreten könnt.

Tabelle einer privaten Liga

Natürlich spielt ihr nicht nur zum Spaß: Lukrative Gewinne warten auf die Topscorer der Saison.

Fazit:
Fantasy Premier League ist eine nette, kleine Spielerei für Zwischendurch. Das Spiel funktioniert und bietet genug Motivation, eine gesamte Saison dranzubleiben. Der Umfang ist ausreichend, bietet allerdings noch sehr viel Luft nach oben. Fußball-Fans sollten einen Blick drauf werfen!

Funktionalität: 8.5
Spielspaß & Langzeitmotivation: 8.5
Umfang: 7.5

GESAMT-SCORE: 8.2

Montag, 3. Dezember 2012

The Walking Dead (Xbox360)

Nach der erfolgreichen TV-Serie hat es The Walking Dead nun auch ins Videospieluniversum geschafft. Genauso wie die Serie basiert dieser Arcade-Titel auf der gleichnamigen Comic-Reihe von Robert Kirkman. Kann auch die Videospielfassung überzeugen?

The Walking Dead ist eine Spieleserie, die in fünf Episoden unterteilt ist. Zwischen April und November 2012 wurden diese in regelmäßigen Abständen veröffentlicht. Kostenpunkt pro Episode sind 400 Microsoft Points, das Preisverhalten auf anderen Plattformen ist ähnlich. Alle Episoden sind ausschließlich in englischer Sprachausgabe inklusive englischen Untertiteln erhältlich. Um die Story verstehen zu können ist es nicht notwendig, bereits die TV-Serie gesehen oder die Comics gelesen zu haben.


Zentraler Dreh- und Angelpunkt ist euer Charakter Lee Everett. Durch ihn navigiert ihr durch das gesamte Spiel und trefft Entscheidungen, die das weitere Spielgeschehen beeinflussen können. Lee selbst steuert sich über die 3rd-Person-Ansicht und kann mit verschiedenen Objekten und Personen in der Umgebung interagieren. Wer ein rein lineares Action-Spiel erwartet, ist hier fehl am Platz: The Walking Dead beinhaltet zwar Action- und Horrorelemente, spielt sich allerdings wie ein RPG. Der Handlungsplatz wechselt stetig. 

Obwohl ein grundlegender Pfad vorgegeben ist, könnt ihr aber um diesen freie Entscheidungen treffen, welche das restliche Spielgeschehen auf eine unterschiedliche Art und Weise beeinflussen. Mal entscheidet ihr nur über die Mitnahme eines Gegenstandes, mal allerdings auch über das Leben oder den Tod eines anderen Charakters. Sehr wichtig sind auch eure Entscheidungen während Gesprächen. In diesen werdet ihr immer wieder vor die Wahl gestellt, eine von bis zu vier vorgefertigten Antworten auszuwählen. Dadurch kann sich die Meinung eures Gesprächspartners über euch schlagartig ändern.


Das Spiel ist im Comic-Stil gestaltet, was wirklich gut umgesetzt ist. Auch wenn das Spiel nicht durch eine High-End-Grafik besticht, ist die Umgebung liebevoll und sehr detailreich gestaltet. Die Optik passt zur Atmosphäre und macht das Gesamtbild stimmig.

Ein minimales Manko stellt die Steuerung dar. Hin und wieder auftretende kleine Unfeinheiten stören zwar, unterbrechen den Spielfluss allerdings kaum. Gut umgesetzt sind die Quick-Time-Events. Hier heißt es schnell reagieren und die richtige Entscheidung treffen; ansonsten könnten Personen verstimmt, der falsche Gegenstand im Inventar oder ein Walker an eurem Hals sein. Man hat nie das Gefühl, durch Quick-Time-Events genervt zu werden oder sinnlose Entscheidungen zu treffen. Im Gegenteil: Durch sie wird man näher ins Spielgeschehen eingebunden und man fühlt sich der Story noch näher.


Mit der Story wären wir auch am wichtigsten Punkt des Spiels. Jede einzelne Episode erzählt ein Stück der Gesamtgeschichte. Die erste Episode stellt den Anfang der Walker-Invasion dar. Durch Lee trefft ihr erstmals auf die walkenden Antagonisten und tretet in die Welt von The Walking Dead ein. Clementine ist die erste und wichtigste Person, mit der ihr es im Spiel zu tun bekommt. Sie ist ein kleines Mädchen, dass sich alleine von den Walkern versteckt. In der Hoffnung, ihre Eltern eines Tages wiederzusehen, schließt sie sich euch an. Von nun seid ihr ihr Beschützer und erster Ansprechpartner. Dabei ist Clementine kein Klotz am Bein; nicht nur einmal wird sie euch den Arsch retten.

Neben Clementine gibt es zahlreiche andere Charaktere, von denen manche mehr und mache weniger eine Hilfe darstellen. Viele verursachen auch interne Konflikte, bringen die Gruppe am Rand des Zusammenbruchs. Für Lee heißt es dann oft schlichten, Ruhe bewahren und sich durchsetzen. Oder im Hintergrund zu bleiben, dabei die anderen einfach walten lassen. Ihr entscheidet.


Wer die einzelnen Episoden schon gut findet, darf sich auf das Finale freuen. Episch inszeniert, fesselnd wie bei kaum einem anderen Spiel und mit einem dramatischen Ende. Durchspielen lohnt sich also. Taschentücher sind allerdings empfehlenswert. Auch echte Männer können mal was im Auge haben! (Frauen natürlich auch.)

Sollte nun immer noch nicht jeder restlos überzeugt sein, bietet die kostenlose Demo für Skeptiker eine Möglichkeit, einmal kurz in die Spielwelt einzutauchen. Der Inhalt der Demo ist ein Teil der ersten Episode, ihr seid also direkt mit tatsächlichem Gameplay konfrontiert.

Fazit: 
Dieses Spiel als "gelungen" zu bezeichnen, wäre eine blanke Untertreibung. "Meilenstein" trifft es schon eher. Kleine grafische und steuerungstechnische Ungereimtheiten verblassen hinsichtlich der genialen Atmosphäre und packenden Story. Ein heißer Anwärter auf das Spiel des Jahres, dass sich kein Gamer entgehen lassen sollte!

Story: 10.0
Gameplay: 9.0
Grafik: 8.0
Atmosphäre: 10.0

GESAMT-SCORE: 9.3

I Am Alive (Xbox360 - Arcade)

Die Apokalypse ist vorbei, nur wenige haben sie überlebt. Ob sich diese glücklich schätzen können oder nicht, darf angezweifelt werden, schließlich herrschen nun sehr prekäre Bedingungen. Die Ressourcen sind knapp, tödlicher Staub liegt in der Luft und die Erde wird stetig durch Erdbeben erschüttert. Willkommen in der Welt von "I Am Alive".

Mutanten, Zombies oder ähnliche Gestalten, wie man sie aus anderen Spielen gleichen Genres kennt, gibt es nicht. Einzige Feinde bilden kleinere Räubergruppierungen, die euch mit Messern und teilweise auch mit Pistolen bewaffnet hin und wieder am Weiterkommen hindern sollen. Abgesehen davon besteht das Spiel aus vielen Kletterpassagen, die sich ähnlich steuern lassen wie in Assassin’s Creed; allerdings ist die Umsetzung etwas schwächer.
 
Ein großes Plus muss man I Am Alive auf jeden Fall hinsichtlich Balance einschreiben. Durch die ständige Ressourcenknappheit schlittert ihr nahezu permanent am gesundheitlichen Abgrund entlang und werdet teilweise stark gefordert – und das auf dem Standardschwierigkeitsgrad. Für Wahnsinnige und Vollprofis gibt es neben diesem noch einen zweiten Schwierigkeitsgrad, der verspricht, nochmals eine ordentliche Schippe draufzulegen.

Ressourcen braucht ihr nicht nur, um eure Gesundheit wiederherzustellen, sondern auch für eure Ausdauer. Durch Rennen, Klettern und während Aufenthalten in staubigen Gebieten verbraucht ihr diese sehr rasch, was unter Ressourcenmangel schneller als man glaubt zum Tod führen kann. Sterbt ihr und habt sogenannte „Wiederholungen“ im Inventar, könnt ihr die eben nicht geschaffte Aktion erneut probieren. Habt ihr keine Wiederholungen mehr, müsst ihr den gesamten letzten Abschnitt nochmals spielen. 



Story-technisch darf man sich keine Innovationen erwarten. Nachdem die Welt durch mehrere Erdbeben und anderen Ereignissen zum Großteil zerstört worden ist, navigiert ihr euren Hauptcharakter durch diese einzige Ruine auf der Suche nach seiner Frau und seiner Tochter. Als er beide in ihrer alten Wohnung nicht auftreffen kann, wird ein Mädchen namens Mei zentraler Punkt der Handlung. Ihre Mutter gilt es zu finden, unterstützt werdet ihr dabei durch Henry, der seit der großen Zerstörung im Rollstuhl sitzt. Währenddessen schreitet ihr eure Reise relativ linear fort und löst kleinere Aufgaben, damit ihr am Ende des Spiels eure Suche hoffentlich als erfolgreich bezeichnen könnt. 


Fazit: 
I Am Alive macht Vieles richtig. Es fordert von der ersten bis zur letzten Sekunde und macht sich so interessant. Dass sich dahinter eher relativ wenig Inhalt verbirgt, wird damit gut versteckt. Für Apokalypse- und Abenteuerfans auf jeden Fall einen Blick wert. 

Story: 7.0
Gameplay: 8.0
Grafik: 7.0
Atmosphäre: 8.5

GESAMT-SCORE: 7.6